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Der Mithrasaltar aus Mauls

Der Mithrasaltar von Mauls

Mit der Einverleibung in das römische Reich halten auch die römischen Götter Einzug in den Alpenraum. Ihnen sind Steindenkmäler gewidmet. So auch der Mithrasstein aus Marmor, der 1589 bei Mauls gefunden wurde. Auf dem Altarstein ist der Lichtgott Mithras abgebildet, der in einer Grotte den Urstier tötet. Das Stieropfer steht für das kosmische Ereignis der Schöpfung. In den beiden oberen Ecken sind Sonne und Mond dargestellt, darunter die beiden Gehilfen des Lichtgottes und eine Serie kleinerer mythologischer Szenen. Der 1,50 x 1,20 Meter große Altarstein stammt aus dem 3./4. Jahrhundert n. Chr.

Denkmäler aus Stein

Im römischen Reich wurden Zeit seines Bestehens zahlreiche Denkmäler aus Stein errichtet. Aus dem Alpenraum sind neben römischen Altarsteinen, Weihesteine an Gottheiten, Grabsteine, Statuen und Meilensteine bekannt. Diese Denkmäler tragen sowohl Inschriften in lateinischer Schrift als auch bildliche Darstellungen. Die römischen Steinmetze stellten sie aus rotem oder weißem Kalkstein, Glimmerschiefer, Porphyr, Quarzphyllit oder Marmor her, der aus lokalen Steinbrüchen gewonnen wurden. Die Wahl des Rohstoffes richtete sich also nach dem Gestein, das vor Ort zur Verfügung stand. Ein Venuskopf aus Mals ist aus griechischem Marmor gefertigt und ein Importstück.
  

Unter die Lupe genommen – Bemalte Denkmäler

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der römische Altarstein von Mauls, der dem Gott Mithras geweiht ist, ursprünglich wohl bemalt war. Winzige Farbpigmente an der Gesteinsoberfläche deuten darauf hin. Die Bemalung von Steinskulpturen ist nichts Ungewöhnliches. Viele antike Statuen und Denkmäler trugen ursprünglich eine Bemalung. Der Maulser Mithrasaltar dürfte allerdings unvollendet geblieben sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit stand er nie an einem Heiligtum. Durch Grenzverschiebungen zwischen den römischen Provinzen Rätien und Norikum im 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr. verlor das Gebiet an Bedeutung. Die Auftraggeber des Altarsteines ihrerseits verloren daraufhin das Interesse, den Mithrasstein fertig stellen zu lassen.
  

Erlösungsreligionen

Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. breiteten sich im krisengeschüttelten römischen Reich Erlösungs- und Mysterienreligionen immer weiter aus. Ihre Wurzeln liegen im orientalischen Raum. Sie versprachen den Gläubigen ein glückliches Leben und Heil im Jenseits. Vor allem Soldaten, Händler und in der Verwaltung tätige Sklaven sorgten für eine flächendeckende Verbreitung der neuen Glaubensvorstellungen. Die Aufnahme in diese Kultgemeinschaften erfolgte mittels Einweihungszeremonien stufenweise. Zeugen der Erlösungsreligionen sind im alpinen Raum die Verehrung des Gottes Mithras und der ägyptischen Göttin Isis. Ihnen sind mehrere Weihesteine aus den südlichen Alpentälern gewidmet.
  

Die Götter der Römer

Mit den Römern hielten auch neue Götter im Alpenraum Einzug. Allen voran Jupiter, Juno, Minerva, Merkur, Diana, Neptun, Victoria und Mars (Foto). Für nahezu alle Belange des Lebens gab es eine eigene Gottheit. Während Weihealtäre und Inschriften dieser neuen Gottheiten in den südlichen Alpentälern nur vereinzelt vorkommen, kommen kleine Götterstatuetten aus Bronze häufiger vor.
Die einheimische Bevölkerung hielt allerdings weiterhin an ihren fest verwurzelten Glaubensvorstellungen fest. Einige alte Kultplätze wie etwa Brandopferplätze wurden weiterhin besucht. Die einheimischen Gottheiten stellte man den römischen Göttern gleich. Schutz spendende Amulette waren weit verbreitet.
  

Bilder-Sprache

Römische Inschriften tragen wesentlich dazu bei, das Leben der Menschen in römischer Zeit besser zu verstehen. Sie sind wichtige Quellen für Archäologen. Auf römischen Grabsteinen erscheinen plötzlich die Namen von Verstorbenen und ihre Porträts. Inschriften auf Meilensteinen geben über Bauherren Auskunft und enthalten exakte Entfernungsangaben. Weiheinschriften auf Altarsteinen sind bestimmten Gottheiten geweiht. Aber auch die Namen der Stifter und ihre Funktion werden oftmals genannt. Vielfach handelt es sich dabei um Römer, die als Beamte tätig waren. Durch die Porträts auf Grabsteinen, Baudenkmälern oder den Münzen erhalten viele römische Heerführer, Senatoren, Beamte und Kaiser ein Gesicht. Gerade dadurch unterscheiden sich römerzeitliche Bilddokumente von Darstellungen aus früherer Zeit, die sich in der Regel nicht auf eine bestimmte Person beziehen lassen.